…fahre ich nicht am Wochenende, dafür aber zur Hochzeit meiner Schulfreundin.

Die heimatlichen Gefilde im äussersten, wilden Südwesten streben wir per Zug („Eiiiiiisenbaaaaaaaahn, tüüüüt tüüüüüüt!“) zu erreichen, was mir Strickzeit von 13 Stunden oder so beschert. Naja. Rein theoretisch. Falls der Papa Lust hat, die ganze Zeit mit dem Kind im Gang spazieren zu gehen. Oder so.

Jedenfalls bin ich optimistisch und nehme ausreichend Sockenstrickzeug mit.

Apropos: Frollein Erdnuss kam vorhin mit einem Paar Stricksocken ihres Vaters angelaufen, überreichte sie mir mit wichtiger Mine und sprach:

„Mamas Strickzeug gefunden!“

Hach…

Dies ist der aktuelle Stand „therapeutisches Kampfstricken“:


bandit

Vorder- und Rückenteil sowie ein Ärmel von Pearls. Ohne Perlen, weil mich so´n Getüddel nur nerven würde. Und im Farbgemisch der SoWo sowieso nicht auffällt.
Wenn ich mal mit Perlen stricken möchte, mach ich mir Ms. Beetons.

Man sieht am Maschenbild sehr deutlich, dass es mir im Moment nicht so ganz blendend geht und ich unausgeglichen bin. Vielleicht sollte ich anfangen, regelmäßig Sport zu treiben?

(Anfangen triffts genau, weiter komme ich nämlich eher selten…)

Frollein von und zu babbelt zur Zeit wie ein Wasserfall. Ich könnte mich den halben Tag kringelig lachen. Einige Aussprüche sind zum piepen lustig, andere rührend oder einfach nur süß…

„BOAH! Riesendonner! Heute Donnerstag!“

„Oma möchte auch mal Stängele!“ (…Salzstangen)
…und kurz darauf den (angesichts der dickwangigen, überfütterten Oma) neu dazugelernten Satz:
„Oma kaut noch!“

Die Badezimmertür öffnend: „Oma, schieterst du?“

„Mama sieht niedlich aus!“

Als ich neulich von der Arbeit nach Hause kam und aufgrund Erdnussens nasser Haare fragte, ob sie gebadet habe, bekam ich die Antwort:
„Ja, im Meer!“

Mit einer Rosine in der Hand: „Nich die Cousine klauen!“

Und als sie mit dem Maßband in der Hand meinen Bauch begutachtete verkündete sie lauthals: „90 Gramm!“

Hihi.

Beinahe hätten wir diese Woche unser klitzekleines Traumhäuschen gekauft.
Deshalb war es auch so still hier – wir waren mit Besichtigungen, Verhandlungen, Bankterminen, Kaufvertragsgedöns und ähnlichem beschäftigt.

Durch Umstände, die weder wir noch unsere wirklich sehr netten Verkäufer in der Hand haben, platzte der Verkauf. Am Tag des ersten Notartermins.

Ich war (und bin es noch) ziemlich frustriert. Trotzdem glaube ich, dass das noch was wird. Das fühlt sich einfach an wie unser Haus, auch die Erdnuss hat´s gemerkt 🙂 Also muss das klappen.

Drückt uns die Daumen!!!

Derweil findet hier weiter therapeutisches Kampfstricken glatt rechts in der Runde statt – wieder mal ein Erdnusspulli. Zu was musterigem fühle ich mich momentan nicht so recht hingezogen, da Arbeit auch grad anstrengend wie S…

Wird auch wieder besser. Soifz.

Leider auch für Unangenehmes…

Ich hab´ mir am Wochenende den ersten Wespenstich meines Lebens eingefangen 🙁

Das Tier ging gemütlich in meinem Dekollete spazieren. Die Bewegung um nachzusehen, was da kribbelt, klemmte dat Viech unterm Schultergurt meiner Tasche ein. Das führte dann unversehens zur Aktion „Stich“. In den Ansatz der linken Brust. GRRRRRR.

Der Stich an sich tat viel weniger weh, als ich dachte und schwoll auch nur mäßig an. (Lag wahrscheinlich an der professionellen Erstversorgung mit Erdnussens Bio-Kräutertee…)

Aber nach kurzer Zeit kriegte ich Frost-Attacken und es stellte sich auch eine leichte Übelkeit ein. Den ganzen restlichen Abend hatte ich Schmerzen in der linken Schulter und Arm. Später am Abend erschienen dann noch zwei juckende Quaddeln am Unterarm.

Das fand ich insgesamt doch ein wenig beängstigend. Dass lokal Beschwerden auftreten, na klar. Aber dass das Gift doch so weite Kreise durch den Körper zieht finde ich heftig.

Das war wohl die Rache für die drei Wespen, die ich in meinem Wohnzimmer zwecks Erdnussschutz erschlagen habe…

Frollein Erdnuss geht ja sooooo gerne barfuß…

Um dieser gesundheitsfördernden Leidenschaft entgegenzukommen und die Dame auch weiterhin darin zu bestärken, haben wir den Barfußpark Egestorf besucht, der ca. eine halbe Autostunde entfernt liegt.

Da wir unsere Ausflüge üblicherweise vor den Mittagsschlaf der Dame legen (sprich: sehr zeitig losgehen), haben wir die Freizeitetablissemangs meistens ziemlich für uns, was ich als doch recht erholsam empfinde 😉

Wie nicht anders zu erwarten war, hatte Frollein von und zu einen Riesenspaß dabei, über und durch all möglich Kroppzeugs barfuß zu gehen. Von 2,7 km Weg hat sie bestimmt 2 auf ihren eigenen Füßchen zurückgelegt – nur ein klitzekleines bisschen hatte ich sie im Carrier auf dem Buckel.


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Durch flüssigen Lehm…

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…und tiiiiiiiiiefen Matsch!

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Zeigt her eure Füße…

Die restlichen Urlaubstage daheim wollten natürlich auch mit netten Unternehmungen gefüllt werden.

Einen Vormittag haben wir auf dem Kinderbauernhof Kirchdorf verbracht. Dieser ist von uns aus gut mit dem Fahrrad zu erreichen.

Ich war sehr angetan von der gesamten Anlage, die wirklich liebevoll gestaltet ist – das hatte ich so überhaupt nicht erwartet.

Frollein Erdnuss hatte einen Riesenspaß, auch wenn ihr die Ziegen zu Anfang so unheimlich waren, dass sie von Mudderns Arm nicht runterwollte. Beim späteren Anlauf zeigte sie sich dann aber sehr mutig und sang durchgehend ihr Mantra: „Die tut nix, die tut nix…“


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Zählen Sie die Gänse auf dem Bild 😉

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Beim Betrachten eines Riesen-Mümmelmanns

Fazit: ein nettes Ausflugsziel für Kinder verschiedener Altersgruppen!

Der Kinderbauernhof finanziert sich hauptsächlich durch Spenden, weswegen die Erdnuss brav viiiiiele Münzen ins Spendenhäuschen geworfen hat.

Ich hatte ja versprochen, vom ersten „Hemdskleid“ noch Bilder mit Inhalt zu zeigen. Die Erdnuss hatte das Kleid im Rømø-Urlaub sehr häufig an- entsprechend sind das jetzt (fast) alles Strandbilder. Kuckstdu:


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Wie man sieht, bietet das Kleid jetzt – dank der eingesetzten Keile – genug Bewegungsfreiheit für mannigfaltige Erdnuss-Freizeitaktivitäten.

Für die Wattwanderung war es allerdings zu lang – bzw. die Prile zu tief 😉

So verschwand der Saum dann kurzerhand im Hosenbund.


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Der Hut (zusammengestückelt aus den letzten Resten…) ist nach einem kostenlosen Ottobre-Schnitt. Den hinteren Teil der Krempe habe ich verbreitert, zwecks verbessertem Sonnenschutz im Nacken. Da nicht mehr ganz soviel Hemd über war, ist dieser Teil nicht doppellagig (wie die restliche Krempe). Das stört aber nicht – im Gegenteil: wahrscheinlich wäre die verbreiterte Krempe sonst viel zu steif.

Das Hütchen zum grünkarierten Kleid ist übrigens nach dem gleichen Schnitt, das aber „by the book“, sogar mit in Ringen abgesteppter Krempe.

Ein Hamburger Ehepaar, das auswandern möchte und sein Haus nicht verkauft kriegt, verlost ebenjenes in einem Internet-Quiz!

Die Teilnahmegebühr beträgt 25 €.

Mir fehlen die Worte…total abgefahren…

Teilnehmen werde ich wohl eher nicht (obwohl das Haus echt klasse ist) – mein Allgemeinwissen ist zwar nicht sooo schlecht, aber zittrige Nerven hab´ ich. Und da sind mir 25 Euronen dann doch zu schade.

Aber sagt´s man ruhig weiter (oder macht mit!) – vom Quizerlös werden die beiden nämlich auch noch was spenden.

Da sind wir wieder – schön war´s!
Leider hatten wir die Kamera vergessen…wie gut, dass heutzutage das Unterwegstelefon auch als Fotoapparat fungieren kann 😉

Das Wetter.

Am ersten Tag hat es ordentlich geregnet. Früh waren wir noch im Nieselregen in den Dünen (sehr stimmungsvoll).


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Den restlichen Tag haben wir gemütlich (also strickend) am Kaminofen verbracht.
Danach hatten wir nur noch Bombenwetter, größtenteils sonnig, aber nicht zu heiss, da es stets angenehm windete (was dann auch die Insekten in Schach hielt – genial!)

Der Strand.

Unendliche Weiten…
Der Strand auf Rømø ist zwischen 1 und 4 km breit. An vielen Stellen darf man mit dem Auto fahren (z.B. auf den großen Badestrand in Lakolk, in Sichtweite von Sylt!), was erstaunlich gut funktioniert – und es ist immer noch genug Platz für jedermann.

Der Strand ist unglaublich sauber. Die aufgestellten Mülltonnen werden tatsächlich benutzt!
Ebenso das Wasser – kein Müll, keine Algen, keine Quallen! Göttlich!

Große Strandabschnitte sind für bestimmte Fun-Sportarten reserviert (Beachsurfen, Kitebuggy etc…), sehr interessant zum Zuschauen.


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Ausflüge.

Wir sind in die älteste Stadt Dänemarks gefahren, nach Ribe (weil nah dran). Nette Altstadt mit Wikingermuseum.
Der BHvA hat die perverse Lieblingssommerspeise der Dänen vertilgt: Erdbeersofteis mit Salzlakritzstreuseln – BÄH!
Frollein Erdnuss war stolz auf ihr Ausflugsoutfit und wurde von vielen älteren Damen wohlwollend angelächelt.


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Vom Hemd war noch was übrig – s. Hut

Auch beim Tagesausflug nach Sylt (von Rømø fährt eine Fähre, ca. 40 Min.) war die Dame natürlich ausgehfein:


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Alte Hemden erobern die Welt!

Da wir erst nach dem Mittagsschlaf der Dame losgefahren sind, war die Zeit auf Sylt natürlich ziemlich begrenzt. Wir haben uns ein Eis geholt, sind ein Stück an der Promenade in List langspaziert, bis wir ein gemütliches Stück Strand mit tollem Ausblick (Strand, einsame Dünen, Leuchtturm) gefunden hatten, haben die Dame dort ein bisschen flitzen lassen, danach ein kurzer Blick in die Souvenirläden und ein ausgiebiges Abendessen am Hafen. Für´s Frollein war die Fahrt mit der Fähre sowieso das wichtigste am ganzen Ausflug.

Ansonsten haben wir unsere Tage am Strand verbracht:
früh hin, dort gefrühstückt, schwimmen / planschen / buddeln / spielen; zum Mittagsschlaf wieder in´s Häusle zurück; nachmittags wieder an den Strand, schwimmen / planschen / buddeln / spielen, Abendessen; ab nach Hause zum Schlafen. Bzw. wir „Großen“ (Mama, Papa, Oma) gammelten dann noch gemütlich lesend / strickend / klönend auf der Veranda rum, bis es zu kühl (und Zeit, den Ofen anzumachen) wurde.


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Ups, beim Planschen kann man nass werden? Und muss dann mangels Wechselklamotten Mamas T-Shirt anziehen…

Die beiden Hemds-Hüte werden nochmal separat gepostet, die sind beide total klasse geworden.

Der Rogue.

Die Dame hatte viele Outfits, ich brauchte eigentlich nur eins: meinen Uralt-Rogue (aus Lammsy von der HWF, falls es interessiert…).

Das ist der absolut geniale Strandpulli! Nach dem Schwimmen (in der doch nicht so ganz warmen Nordsee) obenrum Rogue, unten Schlüpper – prima!

Auch bei unserer kleinen Wattwanderung war er genau richtig:


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Was trägt Frau denn für einen komischen Rucksack?

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Aha!

Gestrickt.

Ich habe tatsächlich gestrickt, und gar nicht mal so wenig.

Einen Shrug für´s Frollein, passend zum Sylt-Outfit:


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Babie´s Tied Shrug von Debbie Bliss, aus dem Garn, das eigentlich mal mein Tangled Yoke hätte werden sollen

Und Bogensocken für den BHvA, aus Meilenweit Bosco:


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Der glückliche Rezipient direkt nach der Überreichung

Souvenirs.

Als Souvenir kommt natürlich nur eins in Frage: Wolle!

Auf unserem Ausflug nach Ribe begegnete ich einem kleinen, feinen Handarbeitsgschäft mit bombastischer Auswahl. Alle Garne, die ich schon immer mal befingern wollte, lagen da ungesichert herum 😉
Ganz viel Isager, Karen Noe, Noro und andere Luxusgärnchen, auch viel schönes Einheimisches. Und was macht Frau? Kauft natürlich Sockenwolle… Ich war mir sooooooo unsicher, ein teures Einzelknäuel zu kaufen (mehr hätte die Urlaubskasse und das Gewissen nicht hergegeben…) Aus welchem dieser tollen Garne lässt sich am ehesten ein Ein-Knäuel-Projekt verwirklichen? Das hat mich so kirre gemacht, dass es mir am beruhigendsten erschien, Strumpfgarn (aber dann natürlich dänisches!) zu kaufen. Da weiß man immer, was draus werden soll 😉


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Das ist meins – übrigens gleiche Partie, auch wenn´s nicht so aussieht

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Das hat Frollein Erdnuss sich ausgesucht

Das Erdnussknäuel ist schon etwas erschlankt – daraus wurde auf der Heimfahrt / erster Abend zu Hause schon ein Paar grauenhaft bunter Söckchen. Die sind so fürchterlich, dass sie schon wieder schön sind! Aber dazu ein andermal mehr.

Das zählt natürlich nicht als Wollkauf im Sinne des 2-Kilo-Schwurs – sind ja Urlaubsandenken…

Sonstige Freizeitaktivitäten.

Mama und Papa haben Erdnussens Mittagsschlaf für die eine oder andere Wanderung genutzt (so nennen sie dort zumindest ihre süßen Rundwege von 2 bis 6 km Länge…)


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Erstaunlicherweise besteht die Insel nicht nur aus Strand

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Das Frollein hat hingebungsvoll Muscheln gesammelt und, wie man sieht, auch selbst gereinigt (mit dem Staubwedel abgestaubt, Mikrokrümel umsichtig mit dem Finger abgewischt, ausgepustet…) hihi.

Es war ein wunderbarer Urlaub, und ich habe mich wirklich gut erholt.
Rømø ist wirklich sehr schön – mangels gescheiter Kamera habe ich leider keine Landschaftsaufnahmen. Stellt Euch eine Mischung aus blühender Heidelandschaft mit kleinen Kiefernwäldchen, saftigen Marschen mit Schafen und Pferden (und im Hintergrund die See), einem riesigen Strand und wundervollen Dünen vor, gepaart mit Holzhäuschen, die in ebenjener Landschaft verstreut herumstehen. Hach…

Für Familienurlaub mit kleineren Kindern auf jeden Fall sehr zu empfehlen!

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