Erdnuss:“Ich fahr jetzt mit dem Fahrrad zum Supermarkt und kauf mir ein Hochzeitskleid!“
Ich:“Oh, wen heiratest du denn?“
E:“Den Papa.“

———

P:“Ich hab Dich lieb bis zu Oma Uschi und zurück.“
E:“Neeeee, bis zum Eis-Müller!“

*Prust*

„Und nach dem Tatort die neuesten Informationen zum Amoklauf in Lörrach.“

WAS?!!!

Diese Worte des Nachrichtensprechers machten mich verdammt wach.

In Lörrach wurde mein kleiner Bruder geboren.
In Lörrach wurde mein Führerschein ausgestellt.
In Lörrach bin ich die letzten drei Jahre bis zum Abi zur Schule gegangen (und mein Schulweg führte vorbei am Elisabethenkrankenhaus).
Mein erstes (zweites, drittes) Auto hatte Lörracher Kennzeichen.

In Lörrach, dieser beschaulichen südbadischen Minimetropole fand gestern eine abscheuliche Bluttat statt.

Als ich heute morgen mit meiner Mutter telefonierte berichtete sie, dass sie abends gegen acht nach einem Ausflug in Lörrach in den Zug nach Hause gestiegen ist. Also nur wenige hundert Meter vom Tatort entfernt und nur kurze Zeit nach dem Geschehnis.
Mich schaudert, wenn ich daran denke.

Ich weiss noch nicht, ob jemand den ich kenne betroffen ist.

Es war ja ein vergleichsweise „kleiner Amoklauf“, schockiert mich aber natürlich durch die unmittelbare Nähe zu meiner Familie trotzdem sehr viel mehr als andere.

Ich werde nie verstehen, wie jemand aus einem persönlichen Problem heraus wahllos Unbeteiligte tötet. Selbstmord ja, aber sowas?

Mir fehlen die Worte und deswegen beende ich diesen Post ohne dem wirklich Ausdruck verleihen zu können, was in mir vorgeht.

Die Erdnuss plappert mehr denn je und gibt wunderschöne, lange Sätze von sich.
Einige davon hört man gern, auch immer wieder. Andere lieber nicht.

– Maaaaaamaaaaaa, ich hab´einen Bollen auf die Terrasse gemacht!

– Oma, kochst du für Mama auch einen koffeinfreien Kaffee?

– Darf ich *Böhnchens* Schieterwindel wegbringen?
(…Du darfst,mein Kind. Aber nur, weil Du es bist.)

– Mama, Du bist keine richtig gute Babymama, wenn du immer *Böhnchens* rechtes Ohr umknickst!
(Passiert mir immer beim Stillen)

Im Stau: – Wenn wir so langsam fahren kommen wir ja nie nach Hause!
(Ach so.)

Immer noch im Stau, mir die Trinkflasche nach vorne reichend: – Ich bin fertig, du kannst jetzt wieder schneller fahren.

Zu Opa, der gerade „Zum Donnerwetter“ geschimpft hat: – Aber es ist doch gar kein Donnerwetter. Schau mal raus, da scheint die Sonne!

Mitten in der Nacht, als ich gerade das Böhnchen stillen möchte, überraschenderweise auf unserer Bettkante sitzend: – Als ich nicht mehr schlafen konnte dachte ich, ich wollte einfach mal zu euch nach oben kommen.

Ach ja, Freuden des Elternseins…

Wir haben neulich entdeckt, dass der Busch vorm Haus, den wir eigentlich abholzen wollten, weil er irgendwie doof aussieht, eine Mirabellenart ist.

Gestern hab ich mal alles geerntet, an das die Nachbarstochter nicht dran kam:


mirabellen

Aus der Hälfte haben wir lecker Mirabellenkuchen gebacken. Den Rest haben wir eingefroren zwecks Wiederholung dessen zu winterlicherer Zeit 🙂

Leider ist das Böhnchen immer noch ziemlich tagschlafresistent, d.h. Haushaltstätigkeiten nur mit umgeschnalltem Kind.
Das sah dann so aus:


arbeitsbauch

…braucht umso mehr Wolle, damit man das Gefühl hat am Ball zu bleiben 😉

Neulich beim Stadtbummel in Buxtehude entdeckte ich ein schnuckeliges kleines Handarbeitsgeschäft mit einer netten Auswahl. Neben einigen schönen Lacegarnen gibt es dort vor allem viele Sockengarne, die ich noch nicht kannte bzw. schon lange mal ausprobieren wollte. Ich hätte natürlich noch viiiiiiel mehr kaufen können (z.B. die Opal handgefärbt machte mich echt an), aber so dick ist mein Sparschwein nun auch wieder nicht.
(Seit dem Hauskauf hat jeder von uns ein Sparschwein, in das Geburtstagsgeld usw. kommt – „persönliche“ Ausgaben wie Wolle, Bücher, das tolle neue Fahrrad etc. müssen zukünftig aus diesem Etat bestritten werden!)

Langer Rede kurzer Sinn:


buxtewolle

Sockenwolle für jedes Familienmitglied.
Die beiden oberen sollen ein Jäckchen o.ä. fürs Böhnchen werden. Die Langjawolls sind für den Gatten (orange) und mich (regenbogenbunt). Frollein Erdnuss hat sich lila Sojasockenwolle ausgesucht.

Da der erste Zauberballstrumpf fertig war und ich Abwechslung brauchte, habe ich auch gleich ein paar Soja-Erdnuss-Socken angeschlagen.
Mein Gott, dat Kind hat ja inzwischen Riesenfüße. Größe 25 hat sie quasi übersprungen (das war wahrscheinlich die Barfußzeit…), ich hab gleich 26 gestrickt.


sojasocke

sojasocke1

Ganz schlicht gestrickt mit seitlichem Lochmusterstreifen („Aber Mama, das muss doch in die Mitte!“).

Und vom Wolleinkauf bei supergarne, der schon unterwegs ist, erzähle ich ein andermal *räusper*

…beim Tatort strick´ ich schnell, dibidibidibdibdib…

Das gönnt mir das Böhnchen immerhin. Und somit sind die Schokocremesocken wieder ein Stückerl gewachsen.

Allerdings muss ich sagen, dass ich den Zauberball nicht so vergnüglich zu verstricken finde.

Erstens ist das Garn schwierig (ohne Hilfsnadel) zu verzopfen, weil man die Maschen nur schwer wieder auffassen kann (das garn splittet).
Zweitens verdreht es sich ständig um sich selbst, da es sich um einen „Single“ handelt, also nicht verzwirnt ist. Das hat mir schon einige fiese Knoten beschert, weil sich dabei einige Härchen aneinandergeklettet haben. Grumpf.

Dafür sind die Farben und der Farbverlauf sehr schön und das Gestrick fühlt sich sehr weich an. Man kann halt nicht alles haben.

…is das denn?

Bei Zalando kann man eine Schuh-Flatrate gewinnen. Ich meine, im Ernst, hat man jemals genug Schuhe? Und die haben schöööööne Sachen.

Ich bin ja nu von Haus aus eher sparsam. Ich kauf zwar eher teurere Schuhe, die müssen dafür aber lange halten und wandern öfter mal zum Schuster. Da wär die Flatrate ja mal eine willkommene Abwechslung 😉

Und hier meine Favoriten. Die gefallen mir besonders gut, weil sie bequem aussehen ohne trampelig zu wirken. Sandalen sind ja sonst meistens entweder Miniriemchen für Mädchenfüßchen oder man kann ne Bergtour damit machen und entsprechend sehen sie aus.

…weiheils Kindleihein trihinken will *flöt*

Achtung: langer Post übers Stillen, einhändig getippt weil: Böhnchen hängt an der Brust.

Am Anfang war da ein schlappes Kind, schlapp durch eine Woche versuchter Geburtseinleitung und Neugeborenengelbsucht. Deswegen klappte das mit dem Stillen erstmal nicht so richtig – sie war einfach zu schwach, um ordentlich zu saugen und schlief die meiste Zeit.

So war ziemlich bald der Moment gekommen da es hieß sie habe zuviel abgenommen und ich müsse nun Fertignahrung zufüttern und ausserdem abpumpen (und das alle 3 h, tags wie nachts…).

Damit wurden wir denn auch nach Hause entlassen. Die Mahlzeiten sahen in den folgenden Wochen so aus: stillen, Abgepumptes zufüttern, Plastikmilch (schöner Begriff, danke Frau Blümel!) zufüttern, abpumpen für die nächste Mahlzeit. Mit wickeln, aufstoßen lassen und wieder einschläfern (damit überhaupt Zeit zum Pumpen ist) sowie den Flaschenkram spülen und sterilisieren locker eine Angelegenheit von 2 h. Und dann kann man direkt wieder von vorne anfangen.

Besonders spaßig nachts, wenn man dann zwei Stockwerke in die Küche hinabsteigen muss wegen besagtem Flaschenkram.

Mit den Wochen wurde das Böhnchen kräftiger und trank besser an der Brust, ich musste weniger zufüttern. Mit dem Überschreiten des Geburtsgewichtes kam das o.k. meiner Hebamme, die Plastikmilch zu reduzieren bzw. wegzulassen.

Aaaalso, dachte ich, dann auf die harte Tour! Wir haben uns eine Woche aufs Sofa gesetzt und nichts anderes getan als gestillt. Der Gatte fungierte als Butler und die Erdnuss, so sie denn auch mal was von Mama haben wollte, musste sich zum Vorlesen auf die jeweils „freie“ Seite quetschen.

Anstrengend wars, aber ein voller Erfolg: 260 g hat das Böhnchen in dieser Woche zugenommen!
Angespornt durch diesen Erfolg und die Tatsache, dass ich in dieser Nacht, als ich die Flaschen spülen wollte, die Treppe runtergefallen bin und mir fast das Schienbein gebrochen hätte, beschloss ich spontan, von jetzt an auch nachts voll zu stillen!

Das machen wir jetzt seit Montag und es klappt wirklich gut. Noch haben wir tagsüber keinen gescheiten Rhythmus und das Frollein hängt viel zum Schnuckeln an der Brust, aber das kriegen wir auch noch hin.

Ich hatte wirklich viele Zweifel, ob wir das hinkriegen würden. Reicht meine Milch? Schafft das Böhnchen das mit dem Saugen oder ist sie schon saugverwirrt durch die Flasche? Undsoweiterundsofort…

Und es gibt wirklich ziemlich viele Leute, die einem totalen Schmuh erzählen bzw. nicht sehr hilfreich sind was Stillunterstützung angeht, obwohl sie es besser wissen sollten (viel zu viele der Schwestern und Hebammen in der Klinik). Die ungeduldig sind, „mal eben“ dazwischengreifen, um das Kind anders anzulegen, die gepumpte Milchmenge abschätzig beäugen, einem sagen, dass man das ganz falsch macht etc.

Aber einige gibt es auch, die einen immer wieder ermuntern und die einen großen Anteil daran haben, dass wir es bis hierhin geschafft haben:

* die wunderbare Hebamme, die das Böhnchen auf die Welt geholt hat und dafür sorgte, dass die Dame so schnell wie möglich an die Brust kommt

*die nette Hebammenschülerin Anika, die immer Zeit un ein offenes
Ohr hatte. Nach dem ersten Abpumpen sammelte sie die 2 ml (!) sorgfältig mit einer Spritze aus der Pumpe als wärs flüssiges Gold, überreichte sie mir freudestrahlend und lobte mich.

*meine Nachsorgehebamme Elke, die immer gesagt hat, dass sie an uns glaubt und nie zweifelnd geguckt hat

*mein Göttergatte, der neben Muttivollversorgung den ganzen Haushalt geschmissen und die Erdnuss bespaßt hat

*die Erdnuss, die mit nur wenig Murren viel zurückgesteckt hat in letzter Zeit und eine liebevolle große Schwester ist

*das Böhnchen selbst!

DANKE!!!

(Mein Gott, ne Oscarrede isn Sch.. dagegen *ggg*)

Wer diesen Satz liest, hat bis zum Ende durchgehalten und wird hiermit zum besonders treuen Leser gekürt!

Ach ja, gestrickt hab ich auch: ungefähr 7 cm Zauberballstrumpf als das Böhnchen letzten Sonntag den Tatort verschlafen hat 🙂

Fürs Durchhalten:

diezwei

…habe ich schon zig Blogposts geschrieben. Und zehn neue Strickprojekte angefangen. Drei Sommerkleider für die Erdnuss genäht. Des Gatten gerissene Hosennaht repariert.

Jaaaaaa. Man hat viel Zeit zum Denken, während man stillenderweise auf dem Sofa wurzelt.
Leider hat das Böhnchen das Prinzip „trinke schnell, werde satt“ noch nicht entdeckt. Hoffentlich kommt das noch :-/

Nun schläft sie schon eine ganze Weile, die Erdnuss ist bei der Oma. Und statt die Zeit zu genießen packt Mutti die Kartons aus, die seit einem halben Jahr im Schlafzimmer vor sich hin stauben. Wat mutt dat mutt.

Sollte das Böhnchen sich für ein weiteres Viertelstündchen Schlaf entscheiden, werde ich den Zauberball Schokocreme anstricken, den ich mir als Belohnung für die ganzen Strapazen gegönnt habe.

Auf die Plätze, fertig, los!

p1060210

Zwei Wochen vor dem errechneten Termin und nach einwöchigem Klinikaufenthalt erblickte unser Frollein Böhnchen am 26.06.2010 um 01:36 h das Licht der Welt (naja, erstmal das der Kreißsaallampe…).


bocc88hnchen

Tatsächlich schaut die Dame sonst fast nie so kritisch, sondern zeichnet sich durch ein freundliches Wesen aus und lässt die Zärtlichkeiten der großen Schwester geduldig über sich ergehen.


erdbohne

Wir sind froh, dass der Geburtsmarathon mit einwöchigem Einleitungsversuch dann doch so ruhig ein Ende genommen hat. Zum Schluss ging es ganz flott, die Hebamme erwies sich als echter Glücksgriff, und dem Böhnchen ging es blendend 🙂

Auch die Mutti war schnell wieder auf den Beinen – schließlich muss das Leben mit Erdnuss ja auch weitergehen 😉
Beim Zweiten ist tatsächlich alles leichter und unkomplizierter, und man sieht alles soooooo viel gelassener!

Hier wird es nun erstmal eine Weile (noch) ruhiger werden. Ich hätte zwar noch strickiges aus dem Urlaub und der Klinik zu zeigen – ich weiss nur nicht, wann…

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